Augen auf beim Domainverkauf: Betrug mit Domainbewertungen
In: Rund um die Domain | Autor: adminWebmaster, die Domains oder komplette Internet-Projekte verkaufen möchten, müssen zur Zeit vorsichtig sein. Betrügerische E-Mails locken mit astronomischen Verkaufserlösen, wollen den Verkäufer aber nur zum Erwerb einer kostenpflichtigen Domainbewertung verleiten.
Als Inhaber zahlreicher ungenutzter Domain Registrierungen habe ich mich vor kurzem entschlossen, einige davon auf der Domain-Handelsplattform Sedo zum Verkauf anzubieten. Nur wenige Tage später erhielt ich bereits eine erste diesbezügliche Mail, allerdings nicht über das System von Sedo sondern an die im Whois hinterlegte Kontaktadresse einer der Domains.
Inhalt der englischsprachigen Nachricht: Man sei professionell im Handel mit Domains und Web-Projekten tätig und an einer der zum Verkauf anstehenden Domains interessiert. Ich möge doch bitte eine entsprechende Preisvorstellung übermitteln. Inhalt und Aufmachung der Mail waren durchaus seriös, lediglich die zur Absender E-Mail gehörende Website (thedomaininvestors.com) machte mich etwas stutzig, da keine eigenen Inhalte hinterlegt waren sondern auf eine eher schlecht gemachte Affiliate-Seite zum Thema Webhosting weitergeleitet wurde.
Ich schrieb zurück und teilte dem “Interessenten” mit, dass ich keine feste Preisvorstellung für die betreffende Domain Registrierung hätte. Ich bat vielmehr um die Abgabe eines Angebotes. Dieses kam dann auch wenige Stunden später in folgender Mail:
Nach Durchsicht dieser Nachricht dämmerte es mir so langsam: Das Angebot von 5.000 USD war für die betreffende Domain völlig überzogen und hatte offensichtlich nur den Zweck, das Interesse beim Verkäufer zu wecken und diesen zur Bestellung einer kostenpflichtigen Domainbewertung bei einem der genannten Anbieter zu bewegen. Um den Umsatz zu maximieren wird mehrfach darauf hingewiesen, dass ein manuell erstelltes Gutachten (ab ca. 50 USD) erforderlich sei. Günstigere Anbieter würden angeblich mit automatisierten Prozessen arbeiten und seien deswegen nicht akzeptabel.
Eine kurze Recherche in den Sedo FAQ’s bestätigte meine Einschätzung, denn dort ist die Masche offensichtlich seit längerem bekannt und es wird gleichsam gewarnt: Wer auf das verlockende Angebot eingeht und dem “Interessenten” die gewünschte Bewertung vorlegt kann davon ausgehen, nie wieder von diesem zu hören.
Fazit: Auch wenn es verlockend sein mag, beim Verkauf von Domains die Provision der Handelsplattformen zu sparen und sich direkt mit einem Interessenten zu einigen, so birgt diese Vorgehensweise erhebliche Risiken. Die komplette Abwicklung über die Plattform bietet dank der verschiedenen Sicherheitsmechanismen den besten Schutz vor Betrügern, finanziellen Verlusten oder Problemen beim Providerwechsel. Auch offensichtlich überhöhten Angeboten, die eine kostenpflichtige Vorleistung erfordern, sollte man mit einer gesunden Portion Skepsis entgegnen und sich umfassend informieren.
siehe auch diese Infos hier:
http://www.elliotsblog.com/what-is-a-domain-appraisal-scam-93721
oder hier:
http://www.domainforum.info/showthread.php?t=20666&a
mp;amp;highlight=Appraisal+Scam