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Domain Missbrauch: 1&1 mit neuer Initiative

In: 1&1 | Autor: Stefan

Der Webhosting-Provider 1&1 will gegen Domain-Missbrauch vorgehen und Kunden ermöglichen, Variationen bestellter Domains (z.B. “Tippfehler-Domains”) zu günstigen Paketen zu registrieren. Doch obwohl das Vorhaben grundsätzlich unterstützenswert ist, sollten Kunden trotzdem genau die Angebote anderer Webhoster genau prüfen.

Der Webhosting-Provider 1&1 hat eine neue Initiative gegen Domainmissbrauch gestartet. Unternehmen und Privatpersonen erhalten ab sofort die Möglichkeit, Variationen ihrer registrierten Domain in Paketen zu registrieren. So sollen kriminelle Aktivitäten wie z.B. Phishing verhindert werden.

Jeder Internetnutzer kennt das Szenario. Man vertippt sich bei der Eingabe einer Internetadresse in die Adressleiste des Browsers und landet auf einer Webseite, die nur eingerichtet wurde, um eben solche „Vertipper“ abzufangen. Meist werden auf der Webseite (vermeintlich) passende Produkte beworben und der zufällige Besucher soll zum Kauf animiert werden. Teilweise handelt es sich aber auch um sogenannte Malware-Seiten, die Schadsoftware wie z.B. Würmer oder Trojaner über Sicherheitslücken im Browser oder in Plugins installieren wollen. In einigen Fällen versuchen auch Konkurrenten, über Tippfehler-Domains ihre Waren zu Lasten des Markeninhabers oder der bekannten Firma zu verkaufen.

1&1 will seine Kunden gegen diesen Missbrauch schützen. Der Webhosting-Provider will Variationen der von seinen Kunden registrierten Domainnamen ermitteln. Diese können dann über das Kundenmenü z.B. in Paketen zu drei oder fünf Domains zu registrieren. Drei Domains sollen 2,99 Euro im Monat kosten, das Paket mit 5 Domains 3,99 Euro. 1&1 spricht von einer Ersparnis von bis zu 40% auf den regulären Domainpreis.

Auch wenn löblich ist, dass 1&1 versucht Maßnahmen zu ergreifen, um Domainmissbrauch einzudämmen, ist fraglich, ob die Initiative wirkliche Ergebnisse bringen wird. Die Anzahl aller möglichen „Tippfehler“-Domains ist fast unbegrenzt. Allein den eigenen Domainnamen in den gebräuchlichsten Top-Level-Domains zu registrieren, dürfte das Budget der meisten Nutzer übersteigen. Für private Nutzer wird es auch nur im Einzelfall notwendig sein, sich vor Domainmissbrauch zu schützen.

Bei international tätigen Unternehmen oder Inhabern bekannter Marken, die eine gewerbliche Homepage erstellen wollen oder betreiben liegt der Fall anders, hier besteht die Notwendigkeit, den eigenen Marken- oder Firmennamen vor Missbrauch zu schützen. Doch auch hier werden im Regelfall nur die gebräuchlichsten Domain-Endungen bzw. Tippfehler registriert werden. Bei auftretenden Fällen sollte dann auf Basis des Markenrechts gegen den Missbrauch vorzugehen.

Möglicherweise könnte es auch zu Unstimmigkeiten zwischen 1&1 und den Kunden kommen. Schließlich können diese – wohl auch um einem Missbrauch des Angebots vorzubeugen – nur die von 1&1 im Kundencenter angezeigten Domains registrieren. Es dürfte aber eine ganze Reihe von möglichen Variationen geben, die zwar der eigenen Domain ähnlich sind, von 1&1 aber nicht erkannt werden.

Man sollte auch nicht vergessen, dass hier ein handfestes wirtschaftliches Interesse seitens 1&1 vorliegt. Schließlich bezahlen Kunden für Domains, die sie sonst nicht registriert hätten. Hinzu kommt, dass die Paketpreise von 1&1 mindestens bei .de-Domains von einigen Konkurrenten unterboten werden. In diesem Fall hätte man dann auch die freie Wahl unter allen möglichen Domains.
Wie immer gilt also, die Angebote genau zu vergleichen, bevor man sich für die Tarife eines Anbieters entscheidet. Unsere Übersicht zum Thema Domain Registrierung hilft ihnen dabei.


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