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Lycos gibt auf – Webhosting Geschäft wird geschlossen

In: Lycos Webhosting | Autor: admin

Das Internetportal Lycos hat gestern das bevorstehende Ende seiner Geschäftstätigkeit angekündigt. Während die Filetstücke des Unternehmens veräußert werden sollen, wird die Webhosting-Sparte geschlossen. Für die ungefähr 50.000 deutschen Kunden wird jetzt ein neuer Provider gesucht.

Was sich schon seit mehreren Jahren angedeutet hatte, ist jetzt Realität: Mit einer dürren Ad-hoc Meldung im Bereich Investor Relations der Firmen-Homepage hat Lycos am 26. November das baldige Ende der Geschäftstätigkeit angekündigt. Als Ergebnis einer strategischen Prüfung ist das Management des Unternehmens zu der Erkenntnis gelangt, dass ein Gesamtverkauf von Lycos nicht umsetzbar ist. Vor diesem Hintergrund hat man sich dazu entschlossen, die Filetstücke Shopping (Pangora/mentasys), Domains (united-domains.de) sowie das dänische Portalgeschäft (jubii.dk) zu veräußern. Die Portalaktivitäten in allen restlichen Märkten sowie das europäische Webhosting-Geschäft werden eingestellt.

Von dieser Maßnahme betroffen sind 700 Mitarbeiter, von denen voraussichtlich 500 ihre Beschäftigung verlieren werden.

Lycos Webhosting hat nach unserer Einschätzung in Deutschland ungefähr 50.000 zahlende Kunden, die am heutigen Tag per Mail über die Vorkommnisse informiert wurden. Darin informiert das Team von Lycos Webhosting über die bevorstehende Schließung des Geschäftsbereichs Webhosting, der voraussichtlich nur noch bis ins erste Quartal 2009 bestehen wird. Außerdem teilt man den Kunden mit, dass zur Zeit über eine Übertragung der Websites an einen anderen Anbieter verhandelt würde.

Während der Zusammenbruch des werbefinanzierten Portalgeschäfts von Lycos wenig überraschend ist, war ein vergleichbares Schicksal für die Sparte „Premium Webhosting“ nicht erwartet worden. Zwar haben die kostenlosen Homepages von Tripod dem Unternehmen schon seit Jahren in erster Linie immense Kosten für Speicherplatz, Bandbreite und Personal bei vergleichsweise geringen Werbeumsätzen beschert, allerdings galt das Geschäft mit zahlenden Webhosting-, eShop- und vServer-Kunden als vergleichsweise klein, aber profitabel.

Durch zahlreiche Maßnahmen wie der Übernahme der united-domains AG im Jahre 2004, der Auslagerung aller Entwicklungsaktivitäten ins Billig-Lohn-Land Armenien oder der Zentralisierung der Rechenzentren in Stockholm hatte man bei Lycos versucht, das Hosting-Geschäft zum Erfolg zu führen. Leider fehlte es an der nötigen Konsequenz: So hat sich united-domains seit der Übernahme erfolgreich gegen eine wirklich Integration in das Mutterunternehmen gewehrt und über Jahre hinweg in erster Linie weiter eigene Ziele verfolgt.

Es ist davon auszugehen, dass sich ein Provider finden wird, der die Kunden von Lycos Webhosting bei sich „aufnimmt”. Nach der Übernahme von evanzo durch 1blu vor wenigen Wochen wird sich damit demnächst die lange überfällige Konsolidierung auf dem deutschen Webhosting-Markt weiter fortsetzen.


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