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Neue Domainendungen wie .berlin und .bayern schon Ende 2012 verfügbar?

In: Rund um die Domain | Autor: Stefan

Die ICANN hat das Bewerbungsverfahren für neue Domainendungen wie .berlin, .bayern oder .gmbh beschlossen. Der Fahrplan für die Einführung der neuen Domains bis Ende 2012 steht. Für einige Webhosting Unternehmen könnten diese neuen Endungen zu einem zumindest kurzfristigen Umsatzschub führen.
Auch die Struktur von Internetadressen, wie wir sie bisher kennen, könnte sich bei großen Unternehmensseiten ändern.

Was lange währt… wird endlich gut?
Seit Jahren wird international über die Einführung neuer, freier Domainendungen (.gtlds) nachgedacht. Aktuell haben sich auf die Chancen auf die Einführung deutlich verbessert. Die ICANN hat laut Golem.de vergangene Woche den Fahrplan für das Zulassungsverfahren gebilligt.

Hintergründe zu neuen Domainendungen

Eine Internetadresse/URL setzt sich (vereinfacht) aus Domain und Domainendung zusammen, nach dem Schema domainname.tld. Die Domainendungen sind entweder Länderkennungen (wie .de, .at,.ch oder .us) oder allgemeine Endungen wie z.B. .com, .org, .net, .info.

Mit der Neuerungen soll – nach einem Antrags- und Genehmigungsverfahren – praktisch jedes Wort als Domainendung fungieren können. Zahlreiche Initiativen stehen bereits in den Startlöchern, in Deutschland z.B. .berlin für Privatpersonen und Unternehmen aus Berlin, .bayern für bayrische Internetnutzer und .gmbh für GmbHs.

Hohe Kosten und Hürden für Antrag

Jeder Antragsteller muss 185.000$ für die Bearbeitung seines Antrags bezahlen. Darüber hinaus muss er nachweisen, dass er in der Lage ist, als Registrar (wie z.B. die deutsche DENIC) für die neue Domainendung zu agieren.

Neue Chancen, neue Risiken

Bei einigen Initiativen und Webhosting Unternehmen hat die Nachricht über die Zulassung des Bewerbungsverfahrens eine wahre “Goldgräberstimmung” ausgelöst. Kein Wunder, einige dieser meist unternehmerisch organisierten Initiativen betreiben seit Jahren in Politik, Wirtschaft und Bevölkerung Lobbyarbeit für „ihre“ Domainendung.

Sollte die Bewerbung erfolgreich sein und die neue Domainendung etabliert werden, können sie sich (wie bei ähnlichen „Ereignissen“ im Bereich Webhosting/Domains) auf zahlreiche Interessenten freuen. Da abzusehen ist, dass die Kosten die Domain Registrierung einer „neuen Domain“ deutlich oberhalb den klassischen Domains wie .de liegen wird und die Endung allein vom Registrar verwaltet wird, handelt es sich tatsächlich um eine Art “Goldgrube”. Sollte die Bewerbung allerdings scheitern, bleiben die Antragsteller auf den Kosten sitzen.

Aber auch für Verbraucher und insbesondere Unternehmen bergen die neuen Endungen Risiken. Für Markeninhaber ist der Schutz der eigenen Marke oder eines (bekannten) Namens in Domainnamen jetzt schon schwer beherrschbar. Mit der Einführung zahlreicher neuer Domainendungen wird sich dieser Zustand deutlich verschärfen.

Neue Endungen ermöglichen neue Strukturen

Für große Institutionen sind die neuen .gtlds ein zusätzliches Mittel zur Bildung einer Corporate Identity. So sind Adressen nach dem Schema bereich.firma oder ort.firma möglich. Der eigene Online Shop könnte statt unter www.strato.de/webshops/ zukünftig unter www.webshop.strato erreichbar sein, während die Stellenangebote unter jobs.strato präsentiert werden. Bei Unternehmen mit Filialen wäre z.B. Adressen wie www.musterstadt.rewe denkbar.

Wie stehen Sie zu den neuen Domain Endungen? Werden Sie eine Domain mit neuer Endung registrieren? Welches Wort würden Sie als Endung etablieren, wenn Sie die Mittel dazu hätten?


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